Altes aus Hammelburg

31. Juli 2010

Liebe Leser,

Friedrich Nietzsche meinte, man müsse selbst von seinen Tugenden einmal Urlaub nehmen.

Zu beurteilen, ob das hier Gebotene tatsächlich tugendhaft sei, obliegt selbstverständlich Ihnen.

Eine Woche indes habe ich vor, allein mit meinen Kindern, ohne Telefon, Rechner und Netz, nur mit ihnen, der Natur, allenfalls Papier und Bleistift, zu verbringen.

Wenn hier also ein paar Tage nichts wirklich “Neues aus Hammelburg” zu finden, so ist der Autor sicherlich weder arg verzagt, höchstwahrscheinlich nicht in eine Strafvollzugsanstalt verbracht, noch gar schwer hirnschädig oder restgültig in einer Berliner Gammelgosse verendet. Weiterlesen »

Frankfurter Freilauf

30. Juli 2010

Es lief einer von Frankfurt nach Bankfurt; er hatte es nicht weit; außer ein paar Spritzen, die ihm die Füße pieksten, ein paar Kravatten, an denen er beinahe hungenblieb, Hündchen von Gattinnen, die ihm zwischen die Füße schissen, ein paar Kokshändlern, die meinten, ihr Angebot müsse genau für ihn geschaffen sein, ein paar Großmarktkärren im Wege, Polizisten, ihn mit Verwunderung betrachtend, dass er also freche ohne Waffe unterwegs, ihn deshalb fast schon verdächtigend, an Huren im Bahnhofsviertel vorbei, die solch einen Schmucken, wofern er denn zahlte, sicherlich gerne nicht verwiesen, noch an Goldankäufern, dem Messeturm mit seinen Buchmarketendern, hinunt’, hinein in den Main.

Die Klarnamenritter

30. Juli 2010

Die Gründung des Ordens der Klarnamenritter ist hiermit erfolgt.

Als Ordensgründer, der seine Inspiration zur Einführung dieser heilsamen Einrichtung aus dem Dispute bezog, der sich nach der hiesigen Schrift “Decknamenfritzen im Netz” begab, verweise ich jeden, der Aufnahme begehren sollte, zunächst dahin, sich die dort geäußerten Beweggründe für wahrselige Netzritter zu Gemüte zu bringen.

Ritterlicher Codex: Weiterlesen »

Aphorismen 170

30. Juli 2010

Armes Weib, das aus Vernunft von seiner Liebe Abstand nimmt.

Wikileaks: Ein Paki protestiert

29. Juli 2010

Im Daily Telegraph wird der frühere pakistanische Geheimdienstchef im Zusammenhang mit den jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen also zitiert:

‘He told the newspaper: “I am a very favourite whipping boy of America. They can’t imagine the Afghans can win wars on their own.

“It would be an abiding shame that a 74-year-old general living a retired life manipulating the Mujahedeen in Afghanistan results in the defeat of America.

“What are they going to do to the history books for their own posterity?” ‘

(Er erzählte der Zeitung: Ich bin ein sehr bevorzugter Prügelknabe Amerikas. Weiterlesen »

Wikileaks: Dass ich nicht lache

28. Juli 2010

Es ist schon eine merkwürdige Räuberpistole: Die New York Times, der britische Guardian und der Spiegel bekommen zigtausende US-”Geheimdokumente” zum Afghanistan-Krieg vorab zugespielt, baldowern die Sache dann auf höchster Redaktionsebene aus und setzen dann uns restlichen Blödriane angemessen in Kenntnis.

Die New York Times: War es nicht dieses üble Schmierblatt,  das wesentlich dabei half, die amerikanische Öffentlichkeit und die ganze Welt in den Irakkrieg hineinzulügen?

War es nicht der Spiegel, der Schröder sich völlig isolieren sah, als er seinem Außenminister Fischer nicht in das “Abenteuer” folgen wollte?

Ist der Guardian nicht eines der penetrantesten Klimaschwindlerorgane des Planeten?

Halluziniere ich jetzt? Weiterlesen »

Aphorismen 169

28. Juli 2010

Darin, in der verzweifelten Lage im Gefängnis von Sevilla herauszuerkennen und schaffen, dass selbst noch ein vermeintlicher Irrer, ein Narr, Don Quijote, aus dem Nichts nicht nur etwas, sondern Größtes erzeugen könne, diesem noch Gesicht und Stimme zu verleihen, liegt die unsterbliche Leistung des Miguel de Cervantes Saavedra. Auch Zehn Milliarden Außerirdische mit blitzeblanken Superraumschiffen werden ihn auf Rosinante mit Sancho und seinem Esel niemals zu überrunden vermögen.

Decknamenfritzen im Netz

27. Juli 2010

Ich habe gerade wieder den Kommentarstrang einer im Netz recht guten Zeitung besucht und feststellen müssen, wie ein Teilnehmer, der mit Klarnamen auftritt, auf seine Vita und gar sein Äußeres hin fortgesetzt von einem Nickfeigling herabgesetzt und beleidigt wird.

Ich kenne das Phänomen aus persönlicher Erfahrung, wobei ich bisher noch in dem Privileg stehe - wie lange noch? - immerhin wegen meiner Gesichtsnarben noch nicht in ähnlicher Weise von irgendeinem Anonymus öffentlich verunglimpft worden zu sein.

“Guckt euch mal den Arsch an, wie der aussieht, das sagt schon alles über das, was er denkt und schreibt!”

So oder ähnlich, vielleicht etwas verklausuliert, geht es täglich selbst an Orten zu, die man sonst für gesittet ansehen sollte, wo auch redliche, intelligente Leute sich äußern.

Indes: Kein Ordnungsruf, oder nur selten einer, wie vorher von mir, erfolgt von Seiten anderer, Weiterlesen »

Sprüche für Blöde

27. Juli 2010

“Jeder ist ersetzbar!”

Das ist so ungefähr einer der gröbsten Idiotensprüche, die ich kenne.

Idioten sind ersetzbar, das ist wahr, denn davon gibt es genug.

Wer aber ersetzte uns einfach so einen Alexander von Humboldt, einen Lichtenberg, einen Heinrich von Kleist, einen Theodor Storm, einen Friedrich Nietzsche gar, um nur einmal ein paar Deutsche zu nennen?

Wer ersetzte den Chinesen, der Welt, einfach so, Konfuzius?

Etwa Hein Blöd?

Balz

27. Juli 2010

Eine schöne, auch von der Art her begehrenswerte Frau, sie erzeigt sich nicht uninteressiert.

Hernach sieht man sie auf dem Markt mit einem, den man bestenfalls als mittelmäßig beurteilen mag.

Interesse erstirbt.

Oder doch nicht?

Besser doch.

Meistens.

Ölhelden schmählich ungeehrt

26. Juli 2010

Auf der abgesoffenen Ölplattform im Golf von Mexiko war man von Betreiberseite her so sehr um das Wohlergehen der dort Beschäftigten bemüht, dass man alle Alarmsysteme abschaltete, um die dortigen Mimöschen und Prinzen auf der Erbse nicht durch etwaige Fehlalarme nachts aus ihrem wohlverdienten Schlummer und ihren Himmelbettchen zu reißen, so erfährt man jetzt erst hier.

So etwas nenne ich echte Fürsorge durch vorbildliche Arbeitgeber.

Zumal: Spätestens nach dem dritten Fehlalarm hätten die sich wohl nur noch in der Koje herumgedreht, wie in der alten Geschichte vom Nachtwächter, der so oft grundlos “Feuer!” rief, bis keiner mehr ihn ernstnahm und die Stadt abbrannte, als es tatsächlich eines gab.

Also war dies auch noch eine sehr weise Anordnung.

Nur durch diese ist zu erklären, Weiterlesen »

“Corexit” in Feinanalyse

25. Juli 2010

“COREXIT”

(So heißt das Supergift, das BP ausbringt, um Milliarden zu sparen)

Machen wir uns mal den tödlichen Spaß:

Was liegt dem Produktnamen zugrunde?

“Core” plus “exit”, also Kernausgang, Kerntod?

Oder “Co” plus “rex” plus “it”, also “Es mit dem König”?

Oder die Company ist König über das Es, also alles?

Oder “C” plus “ore” plus “x” plus “it”, also die Company ist erzmäßig mal informationstechnologisch? Weiterlesen »

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