27. August 2010
Was ich ungefähr schon spontan auf Video aufgenommen habe, will ich hier noch etwas unschwäbischer, da schriftlich, umreißen: den Kult der Authentizität (irgendwo in den letzten 1000 Artikeln mokierte ich mich schonmal ähnlich, aber sicher anders).
Schon das Wort „authentisch“ selbst ist irgendwie nicht recht authentisch, zumindest im Deutschen, wo es als dreisilbiges Fremdwort gegenüber dem einsilbigen „echt“ recht gestelzt, pomadig, möchtegern wirkt, also inhärent genau seinem Sinne entgegenläuft.
Aber was will der arme Werber, Politiker oder Schwätzschaumeister machen, echt, Weiterlesen »
Tags: authentisch, echt, genuin
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27. August 2010
Hier kann man lesen, wie supertoll vorbei die Ölkatastrophe wirklich ist. Auch in diesem Artikel. Sowie hier.
Dort heißt es zu einem 22 Meilen langen Unterwasser-Ölgemischschlauch in 1100 Metern Tiefe:
“The river of hydrocarbons is currently headed southwest, towards Mexico’s coastline. That could cause a nasty international incident in a few months…”
(Der Kohlenwasserstofffluss verläuft derzeit südwestlich, Richtung Mexikos Küste. Das könnte in ein paar Monaten einen bösen internationalen Zwischenfall verursachen…)
Ja, man darf gespannt sein: Weiterlesen »
Tags: Corexit, Ölkatastrophe
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27. August 2010
In seinem Nachwort zu meiner Zarathustra-Ausgabe schreibt Giorgio Colli: “Dieses Buch scheint daher dem Bereich der archaischen Ausdrucksformen zu entstammen, und es lässt sich nur schwer als philosophisches Werk bezeichnen. Eine Philosophie besteht in der Regel aus Manipulation von Begriffen, welche der Ausdruck von sinnlich wahrnehmbaren Objekten sind, während hier Bilder und Begriffe weder Begriffe noch konkrete Dinge ausdrücken; sie sind Symbole für etwas, das kein Antlitz hat, sie sind keimende Ausdrucksformen.”
Nun, da haben wir’s, und falsch, Signore Colli: Wenn Philosophie aus Manipulation von Begriffen besteht, so lässt sich Nietzsche im Zarathustra nun wahrlich nicht lumpen; Weiterlesen »
Tags: Nietzsche, Philosophie
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26. August 2010
Feine Sache: BP richtet einen 20 Milliarden Dollar schweren Entschädigungsfond ein, den ein Mr Feinberg völlig unabhängig großzügig verteilt, muss also, soweit Naturzerstörung bezifferbar, wahrscheinlich nur 1-10% dessen bezahlen, was die Firma angerichtet hat.
Wahrlich ein klug und gut vernetzt geführtes Unternehmen; da könnte selbst Goldman Sachs, obschon blendend am typisch hellseherisch rechtzeitigen Verkauf seiner BP-Anteile verdient habend, doch ein wenig grüner Neid ins Antlitz steigen, Weiterlesen »
Tags: BP, Goldman Sachs, Obama
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26. August 2010
In “Macht uns Google dumm?” vom 12. Januar erwähnte ich bereits Nicholas Carrs Essay im Atlantic; jetzt hat er ein Buch vorgelegt: “The Shallows: What the Internet is Doing to Our Brains”.
Der Beitrag “Is the internet ruining our minds?” greift die Sache auf.
Im Kern dreht es sich darum, dass Millionen Menschen erst recht auf dem Gebiete mental verkümmern, wo viele von ihnen sowieso noch nie sehr stark waren, dem konzentrierten, vielschichtigen in die Tiefe Denken.
Carr prognostiziert gar, dass auch die Schreibenden sich anpassen werden an ihre vertwitterten Leser, als Texthäppchenschleudern, Weiterlesen »
Tags: Dummheit, Internet
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26. August 2010
Kürzlich hörte ich es wieder, das “Argument”, Nietzsche sei gar kein richtiger Philosoph gewesen, wie ein Kant, Hegel oder Schopenhauer, denn er habe ja kein in sich geschlossenes Gedankengebäude, kein echtes System vorgelegt.
Oh ihr Schafsnarren, ihr Dreimaltoren! Weiterlesen »
Tags: Nietzsche, System
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26. August 2010
Gestern Nachmittag las ich ein wenig in Nietzsches Zarathustra herum, und wieder fiel mir die einzigartige sprachliche Rhythmik auf, die einen da umfängt.
Sicher: Hier herrscht kein einfaches, klassisches Silben-, Hebungs- und Senkungsschema; doch ich bin davon überzeugt, dass hier wiederkehrende, gleichwohl komplexe Zahlenverhältnisse, gerade was die Verteilung stark- und schwachtoniger Silben anlangt, vorliegen.
Wer etwas vom Programmieren versteht und Interesse an der Materie hat, den lade ich hiermit ernstlich ein, sich zwecks gemeinsamer Forschung in diese Richtung bei mir zu melden.
Während klassische italienische Renaissancedichter, Dante, Petrarca, Boccaccio Weiterlesen »
Tags: Nietzsche, Wissenschaft
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25. August 2010
Gestern also besuchte ich die Wirkstätte Friedrich Nietzsches in Sils-Maria: und will zunächst nur wenige Worte dazu verlieren, da ich vorort ein paar kleine Filmchen gedreht habe, wenn heile geblieben, bald hier aufzurufen, die eine Vorstellung von jenem merkwürdigen Winkel vermitteln, ein paar eigene Betrachtungen eingeschlossen.
Ja, es liegt in einem Winkel, hinten direkt am Tannhang zwischen einem alten landwirtschaftlichen Gebäude und einem edlen Hotel, stehet da, ein Häuschen eher, für sich selbst, als wären fünf Vierteljahrhunderte stillgestanden.
Kein einziger Souvenirverkäufer, kein Zarathustra-Kiosk, keine betenden Erweckten in wallenden Gewändern, kein einsamer Musikant, nicht Terrorist noch Polizist, keine Spendenbüchse, kein Altar zum Knien, kein Blinder noch Lahmer: Weiterlesen »
Tags: Nietzsche, Sils
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24. August 2010
Amanita steckt in Schwierigkeiten: Ein HorstM hat ihr auf den Kopf zugesagt, sie spiele hier lediglich Spielchen und sie käme ganz typisch wie ein Mann ‘rüber, der, sich als Frau gerierend, lediglich echte Männer zum besten zu haben beabsichtigt.
Da der Typ nicht den Eindruck macht, als ob er sich noch einmal narren ließe, bärge ihn jetzt als paranoid-lächerlich und/oder ein bisserl pervers hinzustellen gewisse unkalkulierbare Risiken, so dass in Überlegung zu nehmen ist, Amanita entlang eines Kalauers einstweilen vermaskulinisieren zu lassen.
Gorg der Dritte derweil erlebt eine grandiose Zeit; es ist ihm gerade gelungen, eine Astrologin und eine Neue Hexe auf einen hilflosen Ufologen loszulassen, und nebenher hat er noch einem Chemtrailer zwei harte Defätisten aufs Brot geschmiert.
Einstweilen muss Mastrichter noch unter allerlei zwielichtigen Piratenfraktionen und jede Menge sonstigen Dahergelaufenen üben, angemessen zu schlichten und hernach neue Zwietracht zu säen, und er sieht auf dem Ausguck auch schon recht klar, dass letzeres nicht ohne ersteres zu bewerkstelligen sein wird, wenn es nachhaltig wirken soll.
Wir sehen hier ein typisches Problem: Weiterlesen »
Tags: Decknamen, Klarnamen, Klarnamenritter, Nicks
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23. August 2010
Wo war ich gestern stehen geblieben?
Ja, von wegen im Griff haben der Klarnamenleute.
Wir müssen unter allen Umständen verhindern, dass daraus entlang dem Beispiele alter Hasen eine Modebewegung unter jungen Intellektuellen entsteht; die Gefahr ist nicht so gering, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, denn die Klarnamenleute locken, durchtrieben wie sie sind, geschickt damit, man könne sich auf deren Pfaden in der Netzavantgarde einen Namen machen, als edler Kämpe Ehre und Ruhm, Glück und Reichtum erlangen.
Und wir müssen uns im Klaren sein, dass wir dazu keineswegs über keine oder kaum Kandidaten verfügen, nur weil wir sie namentlich nicht kennen: Bisher schreiben sie dort, wo es heikel wird, unter Nick, praktisch alle, wie es sich gehört.(Professionelle Sprachanalysen ergeben auch bei vielen der inhaltlich interessantesten unter Decknamen engagiert auftretenden Netzforisten sehr häufig die Alterstufe 25-35. So soll es sein.)
So vergeuden sie denn ihren potentiellen Namen und ihre Energie zu erheblichen Teilen; keiner ruft plötzlich abends an und erklärt, Weiterlesen »
Tags: Decknamen, Klarnamen, Klarnamenritter, Nicks
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22. August 2010
Ich habe meinen alten Nick nicht mehr ausgehalten.
Da hab’ ich mir im Netz drei neue runtergeholt.
Es geht mir besser.
Seit ich meinen alten Nick los bin, stehe ich allem viel gelassener gegenüber.
Wenn ich bei den „Repto-Freaks“ auftrete, bin ich Gorg der Dritte.
Wenn bei den „Leichtmatrosen“ (das ist ein Blog über Netzsicherheit mit vielen Piraten), so trete ich als Mastrichter oder Segelsetzer auf.
Wenn ich die „Müßigen Metaphysiker“ besuche (da bloggen und kommentieren jede Menge Tantratanten, Esowatcher, Ufotiker, Konspirationologen und andere Logen), nenne ich mich Amanita, das fällt dort gar nicht auf, und außerdem halten mich die meisten Blödel für eine Frau.
Gorg der Dritte - Mastrichter/Segelsetzer – Amanita: Die drei/vier Nicks sind so verschieden (außer natürlich Mastrichter/Segelsetzer, aber die sind ja fürs Spiel auf demselben Blog), dass nie einer einfach so auf die Idee kommen kann, sie seien von demselben Autor.
Damit kann ich auch sehr schlecht quer durch die Blogs verfolgt werden, denn das ist das Wichtigste.
Ist Ihnen etwas aufgefallen? Weiterlesen »
Tags: Decknamen, Klarnamen, Klarnamenritter, Nicks
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21. August 2010
Morgen also auf ins Oberengadin, nach Sils-Maria und Umgebung, dahin, wo die Idee des Zarathustra Nietzsche wie ein Blitz traf.
Ob es dort außer den Schönen und Reichen aus St. Moritz und einigen Bergwanderern gar auch ein paar echte Nietzsche-Rumpelbolde zu bestaunen geben wird, neben meiner fragwürdigen Wanderdichtererscheinung? Weiterlesen »
Tags: Nietzsche, Sils-Maria
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